Plötzlich und unerwartet mit dem Tod konfontiert

  • Als der damalige Direktor Hausmann (von 1963 - 1965 Heimleitung) im Franz-Sales- Haus starb, war ich 10 Jahre alt. Wir wußten damals nicht das er sehr krank war (davon gehe ich heute aus) und im sterben lag. Als er starb wurde er in einem gesonderten Raum aufbewahrt. Wo dieser Raum sich befand, weiß ich heute nicht mehr.

    Eines Tages am Mittag oder Nachmiittag gingen wir zu diesem Raum. Niemand hat uns erklärt was wir dort zu sehen oder zu erwarten hätten. Als wir den Raum betraten, waren schon einige Gruppen da. Wir reihten uns in den Kreis ein. Der Raum war abgedunkelt und Kerzen brannten. Es herrschte eine bedrückende Atmosphäre, die mir aber nicht fremd war, sondern nur etwas anders als wie auf unsere Station.

    In der Mitte des Raumes stand ein Bett im dem der Direktor des Hauses lag. Schläuche und Sonden hatte sie ihm noch nicht entfernt. Ich schaute den Mann auf dem Bett an und- fühlte nichts. Da war nichts, kein Mitleid, kein Bedauern, keine Traurigkeit, einfach nichts, nur eine totale Leere in mir.

    Davon ab wußte ich auch gar nicht, warum er da liegt und wir uns ihn anschauen sollten. Ich schaute zwischendurch auch in die Runde und sah in andere Gesichter. Sie waren alle ernst und bei manchen sah man das Unverständnis und Unsicherheit.

    Irgendwann fand ich die ganze Situation einfach nur noch albern und musste wirklich ein Kirchern unterdrücken. Ich weiß noch das ich zur unsere Stationsschwester blickte, in der Angst, sie hätte das mit bekommen. Hatte sie aber zum Glück nicht.

    Ich weiß nicht mehr wie lange wir in diesem Raum waren, doch irgendwann verließen wir ihn und gingen wieder auf unsere Station. Wir waren noch nicht mal bis dahin angekommen, war die Sache für mich vergessen.

    Ich wußte ja nicht das er gestorben war, für mich schlief er einfach nur. Vom Tod selbst hatte ich nicht den blassesten Schimmer. Später auf der Station wurde darüber auch nicht geredet und von uns Mädchen sprach niemand darüber oder stellte Fragen.

    Habt Ihr auch so ähnliche Erfahrungen machen müssen?

    Wenn ja, wie habt Ihr Euch gefühlt?

    Habt Ihr Euch ängstlich und unsicher gefühlt oder sogar traurig?

  • Nein, sowas in der Art habe ich bei mir selber nicht erlebt. Das ist schon ziemlich krass. An Empathielosigkeit von seiten Deiner Erzieher nicht zu überbieten.Pädagogisch ein absoluter Totalausfall.

    Aber keine Sorge mit dem Kichern. Das erlebt man bei den absurdesten Situationen. Wenn man mit bestimmten Situationen nicht umgehen kann, passiert das mit dem Kichern. Hilflosigkeit, manchmal nahe an Hysterie, umschlagend ins weinen, passiert alles. Als die Schwiegermutter starb und ihre Tochter am offenen Sarg stand, ist ihr das auch passiert. Sie war erst still, fing an zu kichern und weinte dann. Ich sag mal ein Ausnahmezustand. Da kann man auch keinem böse sein. Du siehst also, das war ganz normal.

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